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Donnerstag, 25. Juni 2009

28 Mai 09 Runter von der Insel

7:20 aufgestanden, 9:40 losgefahren. Es ist böig bis stürmisch. Auf der Brücke nach Stralsund mußte ich absteigen, um nicht umgeworfen zu werden. Ständig debattierten Stimmen in meinem Kopf. Ich verfuhr mich, verlor noch meine gewaschene Schlafanzughose und mußte dann irgendwo campieren. Der Wind hatte sich an der ausgesuchten Stelle in Bäumen gefangen, sodaß ich nach 79 km durch den Wind eine ruhige Nacht hatte. Ich war noch nie so lange auf dem Sattel, etwa 8 Stunden fast ununterbrochen, sonst waren es meist um die 6 Stunden. Mein Hintern war wund gerieben und ich war am nächsten morgen froh, das Auftragen der Wundsalbe nicht vergessen zu haben. Langsam denke ich nur noch daran, wieder nach hause zu kommen.

27 Mai 09 Saßnitz und Kraft durch Freude

78 km bin ich an diesem Tag gefahren. In Saßnitz liegt kalt und steril ein Marktplatz neben einem dominierendem Betonhotel. Der neue Stadtkern schreckt durch die zugige Bauart ab. Wie kann man nur an einem windigem Ort so eine Fußgängerzone und so einen offenen Platz anlegen? Ich dachte nur an einen Fährenanleger, der noch zu diesem Bild passen würde. Ich bin weg und schau mir die Altstadt garnicht mehr an. Irgendwo hinter einer Neubausiedlung, die versetzt vor dem Wind mehr Schutz boten, war dann der erwartete Großfährenanleger. Radfahren an der Autobahn hätte nicht schlimmer sein können. Die Ostseebäder habe ich mir einfach nach der langen Strecke an der Küste geschenkt. Ehemalige „Kraft durch Freude“-Bauten - das Seebad Prora - rotten dort über Kilometer vor sich hin. Dann über den Seiliner See – sehr schöner Erholungsort – ins weiße Putbus, einem Erbe der Preußischen Herrschaft nach Garz. An dem Garzer See in einem leeren Park verbringe ich die Nacht. Jetzt im Nachhinein hätte ich gerne das Kap Arcona im Norden von Rügen besucht.

26 Mai 09 Rügen, Bergen und wieder Gewitter

6:55 aufgestandten, um 9:00 losgefahren. Die altertümlichen Sehenswürdigkeiten sind wie in Dänemark und Schweden mit einer Viererschleife gegenzeichnet. Hier war es eine sehr schöne alte Kapelle. Viele der Kirchen auf Rügen scheinen noch aus der Zeit der Christianisierung zu stammen. Sie sind oftmals auf alten Heiligenstätten errichtet und Reliquien wurden in die Fassade eingemauert.Das Symbol für Sehenswürdigkeiten auf Rügen ist das selbe wie in Dänemark und Schweden


Die Kapelle zum Heiligen Kreuz in Bessin

Der Kanzelaltar - wie so viele Fotos die ich gemacht hatte auch im Wiki zu sehen

Es wurde heute wieder ein wenig schwül. Über Gingst nach Bergen, daß tatsächlich innerhalb einer Hügelkette liegt. Dort frage ich nach einer Unterkunft. Die mir für 45 Euro angebotene lehne ich ab. Eine Schutzhütte - die mir von der Touristeninformation genannt wurde - liegt nahe dem südlichen Neklade. Dort erwarte ich das Gewitter, lerne noch eine Rasselbande von Kindern kennen, die neugierig mein zuvor aufgebautes Zelt erkunden. Nach einer unerwartet geringen Gewitterwelle ziehe ich mich ins Zelt zurück und muß eine heftigere Welle wieder abzählend im Zelt verbringen. Es wurde jedoch nicht so schlimm, wie auf Usedom, da ich umringt von Bäumen ein schützendes Dach hatte.

25 Mai 09 Stralsund und Altefähr auf Rügen

Erst um 11 Uhr kam ich von der Zeckenwiese weg. Nach 25km Küste in die Hansestadt Stralsund. Stralsunds Altstadt ist UNESCO-Kulturerbe. Da ich jedoch schon von Greifwald überwältigt wurde, habe ich mir hier Fotos erspart. Leider verschandelt die furchterregende Autobahnbrücke und die Werft das Stadtbild, finde ich. Über die alte Rügener Brücke nach Altefähr. Ich habe mich entschlossen, die Insel im Uhrzeigersinn zu erkunden. Auf dem Weg fallen sofort die wohlriechenden Wildrosenhecken auf, die mich das erste mal an Dänemark erinnern. Kurz hinter Altefähr mit Blick auf die Stalsund mache ich halt.
Ein geklautes Foto vom Wiki, aber einen ähnlichen Blick hatte ich von der Stelle auf Rügen, wo ich übernachtete. Nur die Werft und die Brücke sieht man nicht, die sind von hier aus weiter links und erdrücken die Skyline.

Langsam wird mir klar, wie lächerlich die Tour nach Fahrland dagegen war. Damals bin ich nur 38 km gefahren, auf dieser Tour hatte ich schon Strecken von 75 km hinter mich gebracht.