Um 8 Uhr aufgestanden. Es war sowieso nass, aber windig. So habe ich die Wäsche in einem Kanal mittels meines Fahrradkorbes gewaschen. Habe sie auf dem Drahtzaum trocknen lassen.
Die Wäsche trocknet auf dem Elektrodraht, dahinter eines der Fleeten, das sind Kanäle zur Entwässerung und zum Auffangen von Salzwasser bei Überschwemmungen. Um 13 Uhr ging es dann endlich weiter. Usedom ist recht interessant. Es ist fast unmöglich die Stadt zu umfahren.
Im Hinterland habe ich mich kurz verfahren, war zweimal in Garz. Dabei habe ich eine schöne Mühle entdeckt. Der Weg nach Albeck wollte sich mir kaum erschließen. Er ist sehr hügelig. Zweimal geht es steil bergab und wieder bergauf bevor man nach Albeck kommt. Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Hier ist richtig viel Geld geflossen. Die alten Häuser sind vorbildlich wieder hergestellt. Aber ich dachte, es wären ein paar Häuser, nichts da, es ist Haus an Haus gereit, ein Hotel nach dem anderen. Strandkorbverleih, ohne Kurtaxe darf man nicht an den Strand.
Es ist für 10 km so voll, daß es sich die Promenade locker mit einem Volksfest in einer Großstadt messen kann und es sind nichtmal Schulferien im Hochsommer. Es muß unglaublich überfüllt sein, wenn die Hochsaison angefangen hat. Nach den 10 km Strand der drei Kaiserbäder kommen die 10 km Campingplatz, wobei die letzten 5 km bis Ukeritz vom saufenden Proletariat okkupiert werden – eine Zeltkneipe nach der anderen mit Theken, von denen ein Kneipenbesitzer in Berlin feuchte Träume bekommen würde. Hinter Ukeritz, genauer hinter der Freilichtbühne von Uckeritz kann ich auf einer Klippe der Steilküste einen Platz finden. Ich unterhalte mich noch mit einem Einheimischen, der seinen Hund ausführt. Er macht sich sorgen, ob es nicht zu kalt würde. Ein Konzert geht noch bis um 21 Uhr, dann ist schnell Schluß, auch für mich ist nach dem Tagebucheintrag Zapfenstreich.